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Arznei- und Heilpflanzen

Überblick über die gängigsten Arznei- und Heilpflanzen (in alphabetischer Reihenfolge):

 

 

 

Arnika (Arnica montana)                                                                                                                                arnika

„Steckt Arnika an, dass sich das Wetter scheiden kann!“
(galt im Brauchtum als Schutzspruch)

Familie: Korbblütler ( Asteraceae)

Geschichte: Die ersten Aufzeichnungen über die Arnika erfolgten vergleichsweise sehr spät, erst 1561 wurden sie vom Botaniker Konrad Gesner beschrieben. Schon damals galt die Arnika als Mittel gegen schlechtheilende Wunden, Verstauchungen und Prellungen.

Anwendungsgebiet: Die Arnikablüte enthält im wesentlichen Bitterstoffe, die starke entzündungshemmende sowie ödemhemmende Wirkungen besitzt. Ihr Hauptanwendungsgebiet umfasst die Folgen von Verletzungen und Unfällen. Sie wird bei Zerrungen von Muskeln und Sehnen, bei Fasereinrissen sowie Quetschungen äußerlich als Salbe angewendet. Zudem zeigt Arnika eine ausgezeichnete Wirkung bei schmierig belegten Wunden und bei Hämatomen.

 

Artischocke (Cynara Scolymus)                                                                                                                                                                                                         artischocke                                                             

Familie: Korbblütler ( Asteraceae)

Geschichte: Die lange Tradition der Artischocke reicht bis ins antike Griechenland und Rom zurück.

Sie galt als Diuretikum (Ausschwemmen von Wasser aus dem Körper) und Aphrodisiakum (Belebung und Steigerung der Lust). Spätere Anwendungen bezogen sich auf chronische Leberentzündungen und Wassersucht.

Anwendung: Die Blätter der Artischocke begünstigen das Herabsetzen von erhöhten Cholesterinwerten und richten sich gegen Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Zudem ist die Pflanze ein ausgezeichnetes Mittel gegen Verdauungsstörungen im Oberbauch (dyspeptische Beschwerden), die mit Übelkeit, Völlegefühl und Blähungen einhergeht. Eine weitere Anwendung ist bei der Unterstützung der Leber- und Gallenfunktionen gegeben.

Achtung: Bei Gallensteinen darf die Droge nur mit Rücksprache des Arztes angewendet werden!

 

Baldrian (Valeriana officinalis)                                                                                                                                                                                                              baldrian

„Baldrian, Dost und Dill, kann die Hexe nicht wie sie will.“
(Wie alle starkriechende Pflanzen –wurde Baldrian zum Vertreiben böser Geister, Hexen und Dämonen eingesetzt.)

Familie: Baldriangewächse (Valerianaceae)

Geschichte: Bereits im Altertum hatte Baldrian eine hohe Beliebtheit als Universalheilmittel. Als Wurzel wurde sie universal eingesetzt - zur Schmerzlinderung,

bei Husten und Asthma sowie zur Regulierung des weiblichen Zyklus und der Menstruation.

Anwendungsgebiet: Baldrian wird bei nervösen Erregungszuständen angewendet, die sich als krampfartige Schmerzen im Magen-Darm-Trakt auszeichnen ( Reizdarmsyndrom). Ebenso beeinflusst Baldrian nervös bedingte Schlafstörungen und dient zur Verkürzung der Einschlafzeiten und zur Verbesserung der Schlafqualität. Auch die nächtlichen Aufwachphasen können dadurch reduziert werden. Zudem kommt es zu einer Verbesserung der Tagesempfindlichkeit und die Konzentration und die Leistungsfähigkeit werden gefördert. Durch Kombination mit anderen Arzneipflanzen (Melisse, Hopfen, Passionsblume) wird die Wirkung des Baldrian verstärkt.

 

Echte Kamille (Matricaria chamomilla)                                                                                                                                                                                                     kamille

Die Kraft, das Weh im Leib zu stillen, verlieh der Schöpfer den Kamillen.
Sie blühn und warten unverzagt auf jemand, den das Bauchweh plagt.
Der Mensch jedoch in seiner Pein glaubt nicht an das, was allgemein
zu haben ist. Er schreit nach Pillen.
Verschont mich, sagt er, mit Kamillen, um Gotteswillen.
(Karl Heinrich Waggerl „ die Kamille“)

Geschichte: Seit jeher gilt die Kamille als sehr beliebte Heilpflanze und genoss schon im alten Ägypten ein hohes Ansehen – hier wurde sie als Blume des Sonnengottes Re verehrt. Auch Dioskurides schrieb ihr viele positive Effekte zu. Sie wurde von ihm bei Blähungen, Wochenbettfieber, Gelbsucht und Leberleiden eingesetzt.

Anwendungsgebiet: Kamille besitzt entzündungshemmende, antibakterielle und krampflösende Eigenschaften. Zudem wirken die Blütenköpfchen der Kamille protektiv bei Magengeschwüren (Ulcus) und vermindern krampfartige Schmerzzustände des Magen-Darm Traktes (Reizdarmsyndrom). Durch ihre  antibakterielle Wirkung verwendet man die Droge auch gerne bei Erkrankungen und Reizzuständen der Atemwege und diese wirkt hemmend auf Staphylococcus aureus und Streptococcen, die gerne den Rachenraum bei Infekten besetzen. In Form von Sitzbädern oder Spülungen können die Kamillenblüten Beschwerden im Anal- und Genitalbereich abmildern (als gutes Beispiel sei die positive Wirkung auf Hämorrhoiden genannt). Generell dient die Kamille auch zur Verbesserung der Wundheilung, indem sie den Haut-  und Schleimhautstoffwechsel unterstützt. Gerne werden auch die Extrakte der Kamille nach einem Sonnenbrand auf die geschädigte Haut aufgebracht und die Kamille ist hilfreich bei gesteigerter Talgabsonderung (Seborrhö), öliger Beschaffenheit der Haut sowie fettiger Schuppung

 

Eibisch (Althaea officinalis)

Familie: Malvengewächse (Malvaceae)

Geschichte: Bereits in der Antike wurde dem Eibisch eine hustenstillende Wirkung nachgesagt. Der Name Althaea leitet sich aus dem griechischen Wort „poly althes“ (vielheilend) ab.

Anwendungsgebiet: Oftmals wird die Wurzel in Hustenmitteln gegen schleimigen Auswurf verwendet. Zudem erzielt Eibisch eine reizlindernde Wirkung und wird bei leichten Entzündungen der Magenschleimhaut gerne eingesetzt sowie aufgrund seiner schützenden Wirkung bei Verbrennungen und Verletzungen.

 

Fenchel (Foeniculum vulgare)                                                                                                                                                                                                                          fenchel

„Fenchel macht Begierde zum Essen, stärcket die leiblichen Geister und mehret den natürlichen Samen.“
(Empfehlung von Plinius)

Familie: Doldenblütler ( Apiaceae)

Geschichte: Die Wirkung der Fenchelpflanze schätzten schon die Hochkulturen Ägyptens und Chinas. So empfahl Plinius die Gabe dieser Heilpflanze, um die Vitalität zu stärken und die Jugend zu verlängern. Den Früchten der Fenchel sagt man auch heute noch nach, dass sie die Manneskraft sowie das Lustempfinden steigern soll.

Anwendungsgebiet: Häufig ist Fenchel die erste Arzneipflanze, die der Mensch in seinem Leben einnimmt. Bei der Nahrungsumstellung der Säuglinge nämlich erzielt Fenchel eine positive Wirkung gegenüber Oberbauchschmerzen, krampfartigen Magenbeschwerden sowie Blähungen (Dyspepsie). Die ätherischen Öle werden auch bei Atemwegserkrankungen eingesetzt.

 

Ginkgo biloba (Ginkgo biloba)                                                                                                                                                                                                  ginko

Dieses Baumes Blatt, der von Osten Meinem Garten anvertraut, 
Gibt geheimen Sinn zu kosten, Wie's den Wissenden erbaut.
Ist es ein lebendig Wesen, Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen, Dass man sie als eines kennt?
Solche Fragen zu erwidern, Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern, Dass ich eins und doppelt bin?
(Johann Wolfgang Goethe 1815)

Familie: Ginkgogewächs (Ginkgoaceae)

Geschichte: Seit Jahrhunderten steht der Ginkgobaum als Symbol für Vitalität und Spiritualität. Die Mönche im Mittelalter kauten die Blätter, um auch im hohen Alter ihren Geist zu fördern.

Anwendungsgebiet: Die Droge fördert vor allem im Bereich der kleinen Gefäße die Durchblutung (Mikrozirkulation, Blutbahnen im Gehirn). Durch eine erhöhte Versorgung mit Sauerstoff wird die Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, Reaktionsgeschwindigkeit sowie die mit Kopfschmerzen einhergehende depressive Verstimmung verbessert. Zudem wird auch die Gedächtnisleistung stimuliert und das Lernen erleichtert. Auch als Radikalfänger wirkt Ginkgo antioxidativ und schützt das Gewebe vor toxischen Umwelteinflüssen. Weitere Anwendungen beziehen sich auf vaskulären Schwindel, Tinnitus und Hörsturz.

 

ginseng

Ginseng (Panax pseudoginseng)                                                                                                                                                                                                            

Familie: Araliengewächse (Araliaceae)

Geschichte: Ginseng galt schon in der traditionellen Chinesischen Medizin seit jeher als Symbol für Gesundheit und Vitalität. Die Ginsengblätter werden hauptsächlich im asiatischen Raum als verdauungsfördernde Tees angeboten.

Anwendungsgebiet: Die Ginsengswurzel stärkt das körpereigene Immunsystem, stimuliert die körpereigenen Abwehrzellen und minimiert die Anfälligkeit für Krankheiten. Ferner zeigen sich antioxidative Effekte und die Gedächtnisleistung sowie die Konzentration werden unterstützt und verbessert. Die Glucoseaufnahme in den Zellen wird ebenso gesteigert, was eine erhöhte Energiegewinnung zur Folge hat. Die Extrakte des Ginsengs regulieren darüber hinaus die physiologische Darmflora und wirken hemmend auf die Zusammenlagerung der Blutplättchen ( Thrombozytenaggregation ) in den Blutgefäßen. Auch der Lipid- und Kohlenhydratstoffwechsel wird beeinflusst. Insbesondere wird die Droge als Tonikum zur Stärkung und Kräftigung besonders bei älteren Menscenh eingesetzt, indem die nachlassende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit erhöht wird.

 

Große Brennnessel (Urtica dioica)                                                                                                                                                                                               brennessel

„Brennnessel, verkanntes Kräutlein, Dich muß ich preisen, dein herrlich Grün in bester Form baut Eisen, Kalk, Kali, Phosphor, alle hohen Werte, entsprechend aus dem Schoß der guten Mutter Erde.“
(Naturarzt und Dichter Dr. Heinrich Hoffmann)

Familie: Brennnesselgewächse (Urticaceae)

Geschichte: Bereits in der Antike stand das Brennnesselkraut für Vitalität und Fruchtbarkeit. Dieser wurde nachgesagt, dass durch die Energie des Kriegsgottes Mars die Pflanze zur Steigerung der Manneskraft beitragen würde. Auch Dioskurides, Hippokrates und Hildegard von Bingen beschrieben die Wirkung der Brennnesel und führten dabei viele Einsatzgebiete an, wie Wundheilung, Verrenkungen, Nasenbluten und Erkrankungen der Harnwege.

Anwendungsgebiet: Die Brennnessel-Blätter und -Kräuter wirken entzündungshemmend und unterstützen die Behandlung von rheumatischen Beschwerden. Äußerlich werden alkoholische Auszüge bei neuralgischen und degenerativen Symptomen verwendet (Lumbago, Ischialgien, Arthrose). Die Droge stellt eine sinnvolle Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege dar und wird als Prophylaxe  und Behandlung von Nierengrieß eingesetzt. Ebenso erweist sich die Wurzeldroge als Mittel bei Prostatabeschwerden.

Darüber hinaus belegen zahlreiche Erfahrungsberichte die positive Wirkung der äußerlichen Behandlung zur Regeneration der Kopfhaut und Haare (fettes Haar und Kopfschuppen).

 

johanneskraut

Johanneskraut (Hypericum perforatum)                                                                                                                                                                                                

Familie: Johanneskrautgewächse (Hypericaceae)

Geschichte: Im Mittelalter verehrte man das Johanneskraut sehr, indem ihm nachgesagt wurde, dass es die Leber und das Herz kräftigt. Bereits Paracelsus teilte der Pflanze antidepressive Wirkung zu (unter „ phantasmata“ verstand er Krankheiten ohne körperliche Symptome).

Anwendungsgebiet: Das Johanneskraut wird hauptsächlich bei leichten bis mittelstarken Depressionen eingesetzt und die Steigerung der Melatoninsekretion kann dazu beitragen, sich ausgeglichener zu fühlen. Daneben zeigt Johanneskraut auch eine milde beruhigende (sedierende) und eine angstlösende (anxiolytische) Wirkung. Auch bei Spannungskopfschmerzen kann eine Verbesserung erzielt werden. Aktuelle  Forschungen untersuchen derzeit die Behandlung gegenüber chronischem Alkoholkonsum, wobei man hier auf eine neue therapeutische Option bei der Alkoholentwöhnung hofft.

Wichtig: Da das Johanneskraut Wechselwirkungen mit vielen Arzneistoffen induziert, ist Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente angebracht. Ein gutes Beispiel stellt die womögliche Verminderung der empfängnis-verhütende Wirkung von oralen Kontrazeptiva dar.

 

Knoblauch (Allium sativum)                                                                                                                                                                                                                    knoblauch

„Esst Knoblauch und Bibernell, so sterbet ihr nicht so schnell.“
(ein beliebtes Zitat während der Pestzeit)

Familie: Lauchgewächse (Alliaceae)

Geschichte: Der Knoblauch ist eines der ältesten Heilpflanzen der Menschheit: schon die Sumerer benützten die Droge als Allheilmittel. Dioskurides beschrieb den Knoblauch als Mittel gegen Läuse und Darmparasiten sowie zur Behandlung gegen Zahnschmerzen.

Anwendungsgebiet: Der Knoblauch ist als Begleittherapie zur Behandlung von Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) geeignet und wird bei peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten eingesetzt, um die Durchblutung zu verbessern.

Außerdem wirkt Knoblauch entzündungshemmend sowie antimikrobiell und wird gerne bei Atemwegsinfekten verwendet.

 

Mariendistel (Silybum marianum)                                                                                                                                                                                                                  mariendistel                                                                                                                                       

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Geschichte: Schon im Mittelalter erkannte Dioskurides  die gallentreibende und brechreizende Wirkung dieser Heilpflanze. Das erste Mal kam im 18ten Jahrhundert ihre Wirkung gegenüber Leberbeschwerden gut zur Geltung.

Anwendungsgebiet: Das Hauptanwendungsgebiet der Mariendistel sind toxische Lebererkrankungen. So entfaltet die Frucht der Mariendistel ihre positive Wirkung bei der durch chronischen Alkoholkonsum entstandenen Fettleber sowie Fettleberhepatitis, die durch Umweltgifte und leberschädigende Medikamente entstanden sein kann. Selbst bei toxisch-alkoholischer Leberzirrhose wird die Lebenserwartung heraufgesetzt und auch bei chronischer Hepatitis C erweist sie sich als Begleittherapie von großer Bedeutung. Weiters wird die Droge bei Völlegefühl eingesetzt, dient als Schutz vor Schäden der Magenschleimhaut und unterstützt das allgemeine Wohlbefinden mit einhergehender Leistungssteigerung.

 

Melisse (Melissa officinales)                                                                                                                                                                                                                         melisse

„Melisse ist von allen Dingen, die die Erde hervorbringt, die beste Pflanze für das Herz.“
(Paracelsus)

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Geschichte: Bereits in der Antike wurden die Melissenblätter als Wundmittel eingesetzt und die Benediktinermönche kultivierten die Pflanze in ihren Klostergärten.

Anwendungsgebiet: Melisse hat eine krampflösende (spasmolytische) und beruhigende (sedierende) Wirkung. Die Blätter werden als Droge bei nervösen Herzbeschwerden, die mit Einschlafproblemen einhergeht, verwendet. Und auch bei Gallenbeschwerden und dem „nervösen Magen“ erzielen sie eine positive Wirkung.

 

Mistel (Viscum album)                                                                                                                                                                                                                                 mistel

Familie: Riemenblumengewächse (Loranthaceae)

Geschichte: Mit der goldenen Sichel schnitten die keltischen Druiden die sagenumwobene Mistel von den Baumkronen ab und verwendeten sie als universales Allheilmittel. Hildegard von Bingen, eine Universalgelehrte, verwendete den Schleim gegen Leberbeschwerden, als blutstillendes Mittel und gegen Fieber.

Anwendungsgebiet: Das Mistelkraut erzielt eine Verminderung von Schwindel und eine milde blutdrucksenkende Wirkung bei arterieller Hypertonie (erhöhtem Blutdruck). Zudem wird ihr eine herzstärkende Wirkung speziell nach Infektionskrankheiten nachgesagt, wobei dies jedoch nicht wissenschaftlich belegt ist. Die Droge wird auch als Begleitung zur Reiztherapie gegenüber bösartigen Tumoren verwendet, um die Lebensqualität zu verbessern und die psychische Belastung zu minimieren.

 

Passionsblume (Passiflora incarnata)                                                                                                                                                                                                passionsblume

Familie: Passionsblumengewächse (Passifloraceae)

Geschichte: Bei den Azteken war die Passionsblume ein beliebtes Mittel gegen Harndrang, Knochenbrüche und Prellungen. Auch wurde diese bereits im 19. Jahrhundert in Nordamerika bei Erschöpfungszuständen, nervös bedingten Einschlafstörungen und Krämpfen eingesetzt. Erst durch die Entdeckung der beruhigenden Wirkung durch Gerhard Madaus im Jahr 1938, erziehlt die Passionsblume in Europa immer mehr Aufmerksamkeit. Bis zu der genannten Zeit wurde sie nur als Zierpflanzen in Gärten verwendet.

Anwendungsgebiet: Die Passionsblume wird bei nervösen Unruhezuständen angewendet, die mit Angstzuständen einhergehen. Unausgeglichenheit im Alltag und Einschlafstörungen sind ebenso beliebte Indikationen. Als sinnvolle Kombination mit Weißdornextrakten wird die durch Herzklopfen entstehende Unruhe herabgesetzt und auch bei Wechseljahr-Beschwerden tritt eine positive Wirkung auf.

 

Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea)                                                                                                                                                                                                      preiselbeere                                                                                                          

Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)

Anwendungsgebiet: Die Preiselbeerblätter enthalten harndesinfizierende Eigenschaften. Die Droge wird bei entzündlicher Erkrankung des ableitenden Harnweges eingesetzt, indem sie eine Schutzschicht auf die Schleimhäute der Harnwege bildet und somit das Anhaften der Bakterien erschwert. Das Brennen beim Wasserlassen sowie der immer wiederkehrende Drang zur Toilette wird minimiert. Eine Therapieoption bei immer wiederkehrenden (rezidivierenden) Harnwegsinfekten erscheint als sinnvoll.

 

Salbei (Salvia officinalis)                                                                                                                                                                                                                     

„Warum soll der Mensch sterben, dem Salbei im Garten wächst?“
Die Antwort lautet: „Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen.“
(Auszug aus schola salernitana )salbei

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Geschichte: Schon Plinius sagte dem Salbei blutstillende, harntreibende sowie menstruationsfördernde Wirkung nach. Die Mönche brachten den Salbei nach Europa, wo er sich nach wie vor größter Beliebtheit erfreut. 

Anwendungsgebiet: Die Salbeiblätter wirken entzündungshemmend sowie antibakteriell und fungistatisch. Als Gurgellösung wird der Salbei bei Entzündungen im Mund und Rachenraum verwendet und die Blätter erzielen auch eine positive Wirkung bei übermäßiger Schweißsekretion. Der Salbei ist auch nach einer üppigen Mahlzeit sehr beliebt, da er das Völlegefühl sowie Blähungen minimiert.

 

Schafgarbe (Achillea millefolium)                                                                                                                                                                                                     scharfgarbe

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Geschichte: Bereits die Neandertaler verwendeten die Pflanze als Heilmittel und somit zählt die Schafgarbe zu den ältesten Arzneipflanzen. In der Antike und auch im Mittelalter war sie als Wundmittel von großer Bedeutung. Deshalb leitet sich auch die lateinische Bezeichnung „Achillea millefolium“ zum deutschen „tausendblättrigen Wundkraut des Achill“ ab.

Anwendungsgebiet: Sie wirkt durch ihre Bitterstoffe sekretionsfördernd und appetitanregend (Tonikum amarum). Die Schafgarbe wird auch bei Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis) und bei Gallenleiden eingesetzt. Zusätzlich wird ihr eine leberschützende Wirkung nachgesagt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die blutungsstillende Wirkung (speziell bei Beschwerden der Hämorrhoiden).

 

Spitzwegerich (Plantago lanceolata)                                                                                                                                                                                                       spitzwegerich

Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Geschichte: Bereits im Altertum empfahl der griechische Arzt Dioskurides die Spitzwegerichwurzel bei Fiebererkrankungen und als blutstillendes Mittel bei Bissen wilder Tiere, da er von der austrocknenden Wirkung überzeugt war. Im 2. Weltkrieg wurde der Spitzwegerich als „Antibiotikum“ bei Wunden verwendet. Auch heute noch sollen die Blätter bei langen Märschen das Wundlaufen der Sohlen verhindern, was ihm im Volksmund den Namen „Wundwegerich“ einbrachte.

Anwendungsgebiet: Durch seine hustenreizstillende Wirkung wurde der Spitzwegerich zur „Arzneipflanze des Jahres 2014“ gekürt. Er wird bei Katarrhen der Luftwege eingesetzt sowie bei entzündlichen Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Die Schleimstoffe des Spitzwegerichs hüllen die entzündete Schleimhaut ein, wodurch der Hustenreiz peripher unterdrückt wird - das Abhusten des Bronchialsekrets wird dabei nicht behindert. Auch zur äußeren Anwendung (als Umschläge optimal mit Kamille) bei schlechtheilenden Wunden sowie bei Insektenstichen, um den Juckreiz und die Schwellung zu lindern, empfiehlt sich der Spitzwegerich.

 

 

 

Tausendgüldenkraut (Centaurium minus)                                                                                                                                                                                          Tausendgüldenkraut                                                   

Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)

Geschichte: Die Pflanze wurde nach einem griechischen Zentauren (Naturdämon - halb Mensch und halb Pferd) benannt, der mit dem Tausendgüldenkraut seine eitrigen Wunden geheilt haben soll. Sowohl in der Antike als auch im Mittelalter galt das Kraut als Wundheilmittel. Im deutschen Namen spiegelt sich auch die große finanzielle Bedeutung dieser Heilpflanze wieder. Eine Legende besagt, dass ein reicher Kaufmann, der öfters an starkem Fieber litt, denjenigen eintausend Gulden versprach, der ihm ein Heilkraut gegen seine Symptome bringen könne. Ein Kraut wurde ihm verabreicht und nach kürzester Zeit verschwand das Fieber. Seit jener Zeit wird dieses Fieberkraut mit dem Namen Tausendgülden gehuldigt.

Anwendungsgebiet: Dieses Kraut beinhaltet viele Bitterstoffe, regt die Speichelproduktion an und fördert die  Magensaft- und Gallensekretion. Die Appetitlosigkeit wird gesteigert sowie Völlegefühl und Blähungen minimiert. Auch bei der Behandlung von chronischen Entzündungen im Mund- und Rachenbereich stellt das Kraut womöglich eine positive Begleittherapie dar.

 

Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)                                                                                                                                                                                       Teufelskralle

Familie: Pedaliengewächsen (Pedaliaceae)

Geschichte: Die Teufelskralle spielt eine wesentliche Rolle in der traditionellen Medizin der einheimischen Bevölkerung in Südafrika. Die Wurzel wird von ihnen seit jeher als Tonikum bei Verdauungsbeschwerden, Hautverletzungen und Fieber eingesetzt. Der Schutztruppensoldat und spätere Farmer G.H. Mehnert übernahm das Wissen vom einem Einheimischen und überliefertes es nach Europa.

Anwendungsgebiet: Die Wurzel wirkt entzündungshemmend und unterdrückt den Abbau von Knorpeln in den Gelenken. Somit eignet sich die Teufelskralle gegen Weichteilrheumatismus (weiche Teile des Bewegungsapparates) sowie degenerative rheumatische Erkrankungen (chronische Polyarthritis, Fibromyalgien) und weitere entzündliche Rheumaformen. Die Droge wird auch bei leichten bis mittelgradigen unspezifischen Rückenschmerzen eingesetzt.

 

Thymian, echter (Thymus vulgaris                                                                                                                                                                                              Thymian

"Thymian mit Honig gekocht und getrunken ist förderlich und nützlich denjenigen, die das Keuchen und das schwere Atmen haben."
(Kräuterbuch 1543 geschrieben vom deutsche Arzt und Botaniker Leonhart Fuchs.)

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Geschichte: Im alten Ägypten wurde Thymian als Zusatzstoff verwendet, um Leichen zu waschen und einzubalsamieren. Auch die alten Griechen nutzen ihn, um speziell vor Kriegen und Feldzügen Mut und Kraft zu tanken. Thymus leitet sich vom griechischen Wort thymos ab, was Geist und Mut bedeutet. Bereits im 16. und 17. Jahrhundert wurde Thymiankraut in den Apotheken besonders bei Atemwegserkrankungen, Krämpfen und Kopfschmerzen gerne verordnet.

Anwendungsgebiet: Thymian zählt zu den wertvollsten Arzneipflanzen bei Erkältungskrankheiten. Seine ätherischen Öle wirken sekretolytisch (Schleimentfernung der oberen Atemwege) sowie bronchospasmolytisch (Erweiterung der Bronchien). Extrakte des Thymians sind oft in Hustensirups enthalt, da sie bei Katarrhen der oberen Luftwege sowie bei akuten und chronischen Bronchitiden den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Sie fördern somit den Auswurf von Schleim in den Bronchien. Sogar bei Asthmatikern kann der Thymian durch seine spasmolytische Wirkung als Begleittherapie von großem Nutzen sein. Zudem wirkt Thymiankraut auch krampflösend auf den Magen-Darm-Bereich und wird äußerlich zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden angewendet.

 

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)                                                                                                                                                                                         Traubensilberkerze

Familie: Hahnenfußgewächse ( Ranunculaceae)

Geschichte: Schon die nordamerikanischen Indianer setzten die Heilpflanze bei Schlangenbissen, zur Geburtsunterstützung und bei Entzündungen der Gelenke und Atembeschwerden ein. Im 19. Jahrhundert kam die Traubensilberkerze nach Europa. Die Wirkung des Wurzelstockes wurde zur Behandlung bei Magen- und Darmbeschwerden, Impotenz, sowie bei Ohrensausen angewendet.

Anwendungsgebiet:  Die Behandlung von klimakterischen Beschwerden steht im Mittelpunkt. Neurovegetative Symptome, wie Hitzewallungen und Schwitzen werden gelindert. Auch psychische und somatische Symptome während der Wechseljahre, die sich als emotionale Labilität und Antriebsschwäche bemerkbar machen, werden herabgesetzt. Zudem erzielt die Droge eine unterstützende Wirkung zur Gewichtsabnahme.

 

Weißdorn-Crataegus                                                                                                                                                                                                                                 Weißdorn

-eingriffelig: Crataegus monogyna
-zweigriffelig: Crataegus laevigata

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Geschichte: Erstmals wurde in den Büchern von Petrus de Crescentii die heilenden Kräfte von Weißdorn niedergeschrieben und als Mittel gegen die Gicht verwendet. Um das 19. Jahrhundert wurde durch einen irischen Arzt die positive Wirkung auf das Herz- und Kreislaufsystem wissenschaftlich untersucht.

Anwendungsgebiet: Mit der Weißdorn-Crataegus wird die Kontraktion des Herzmuskels verbessert (positiv inotrop) und die Durchblutung mit einer verbesserten Sauerstoffversorgung des Herzmuskels positiv gesteigert. Ebenso wird eine Beschleunigung der Erregungsweiterleitung herbeigeführt. Dies alles führt speziell im Alter zu mehr Vitalität und Ausdauer. Zusätzlich werden dem Weißdorn schützende Eigenschaften auf Gelenkknorpel sowie antioxidative und entzündungshemmende (antiinflammatorisch) Wirkungen nachgesagt.

 

Wilde Malve (Malve silvestris)                                                                                                                                                                                                            Wilde Malve                                                                                                                                                                                

Auch bekannt als Käsepappel

Familie: Malvengewächse ( Malvaceae)

Geschichte: Die wilde Malve gehört in Südeuropa zu den ältesten Nutzpflanzen. Ihr wurde eine Minderung der Beschwerden bei Gebärmutterleiden, Brandwunden und der Gedärme nachgesagt und dem Aberglauben nach wurde mit ihr auch Schwangerschaftstests durchzogen: dazu wurde der Urin der Probandin über die Malve gegossen - verwelkte diese nach drei Tagen, war die Frau nicht schwanger. Blieb sie grün, war dies ein Indiz für eine Befruchtung. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass diese Methode zur Bestimmung der Jungfräulichkeit in einem schweizerischen Arzneibuch beschrieben ist.

Anwendungsgebiet: Die Blätter und Blüten zeigen schleimhautschützende Effekte. Daher wird die Droge besonders am Anfangsstadium eines Katarrhs (Entzündung der Atemwege), der mit trockenem Husten einhergeht, verwendet. Auch bei Magen-Darm-Infekten zeigt sich die leicht adstringierende Wirkung. Besonders bei Patienten mit sensibler Haut kann durch Umschläge die Reizung vermindert und die Wundheilung beschleunigt werden.

 

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